Nachdem ich nun schon ein paar Mal mit meinem 18 Zoll Dobson beobachtet habe, war klar, dass ich irgendwann wieder eine Nachführung haben wollte. Das Hinterherschubsen ist einfach nichts für mich ;)) Man hat einfach viel mehr Beobachtungskomfort und kann so auch ganz entspannt Objekte an der Sichtbarkeitsgrenze anschauen. Ich freue mich schon darauf, auf dem Mond bei 400x kleinste Krater und Rillen zu beobachten und das ohne jeglichen Stress durch das Nachschubsen. Außerdem möchte ich in der nächsten Zeit auch erste Versuche mit einer Webcam machen. Mit einem halben Meter Öffnung sollten da atemberaubende Bilder des Mondes und der Planeten machbar sein. *freu*
Aus diesem Grund habe ich eine EQ Plattform konstruiert, die nicht nur im Aussehen sondern auch in der Funktion meiner ersten Plattform ziemlich ähnelt. Daher möchte ich an dieser Stelle auch nicht auf die Einzelheiten eingehen. Durch einen Fehler in der Zeichnung ist die Plattform ein wenig zu groß geworden. Das hat allerdings den Vorteil, dass ich für mein nächstes, noch größeres Teleskop keine eigene Plattform bauen muss, sondern diese weiterverwenden kann. Vielleicht war es ja unbewusst so gewollt. ;))
Zuerst möchte ich meine Plattform in der Gesamtansicht vorstellen:


Nimmt man den oberen Teil ab, so erkennt man, dass ich in der Mitte Holz weggenommen habe, um Gewicht zu sparen. Weil die Plattform daher nicht mehr so steif ist, habe ich Verstrebungen aus 15x15mm Alustangen angebracht. Ob diese gegen die auftretenden Schwingungen helfen, wird sich in der ersten Beobachtungsnacht zeigen. ;)

Schaut man sich die Front an, so erkennt man in der Mitte eine kleine schwarze Box, in der die Elektronik für die Plattform untergebracht ist. Damit hat man auch bei nachlassender Batteriespannung (durch Kälte u.ä.) immer die gleiche Spannung am Motor und muss so nicht nachregeln.
Nun noch eine Nahaufnahme des Motorblocks:

Der Getriebemotor treibt über eine 1:40 Schnecke ein Zahnrad an. Die Auflage für die Segmente besteht aus einer 5mm Welle, die mit dem Zahnrad verbunden ist. Die Welle selbst läuft in Radialkugellagern, die mit einem Flansch versehen sind. Auf die Welle habe ich Stellringe gezogen, auf denen die Segmente laufen. Mit ein wenig Sekundenkleber habe ich die Oberflächenreibung erhöht. Falls das nicht funktionieren sollte, werde ich wieder ein Etikett von nem T-Shirt oder so aufkleben. Das hat bei der letzten Platform nämlich wunderbar funktioniert. :))
Um die Plattform auch bei unebenem Untergrund ausrichten zu können, habe ich die Füße verstellbar gestaltet. Im Wesentlichen besteht das Ganze aus einer M8-Gewindestange. Unter dem Boden ist eine Kralle eingeschlagen, in welcher das Gewinde läuft. Mit der Flügelmutter oben kann die eingestellte Position fixiert werden. Hier mal noch eine Nahaufnahme:

Das Südlager besteht aus einer M8-Gewindestange, die oben in einen kleinen Flansch passt und so fest aufliegt, aber nicht verrutschen kann:


Zum Schluss noch ein Blick unter den Plattformtisch: Man sieht auch hier, dass ich Verstrebungen aus 15x15mm Aluvierkantrohr angebracht habe, um Schwingungen und ein Durchbiegen zu vermeiden. Die Laufflächen der Plattform sind wie schon bei meiner letzten Plattform Ellipsensegmente, die aus 4mm Alu bestehen. Um ein größeres Maß an Stabilität zu erreichen, habe ich die Segmente mit Aluwinkeln verstärkt.
